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Gefahrenelement Sturm
HEFTIGE WINDE UND BÖEN

Wenn Trampolins und andere Gegen­stände durch die Luft fliegen, wird es un­gemüt­lich und ge­fähr­lich. Bei einem Stark­gewitter treten oft heftige Wind­stösse auf, die in einem lokal begrenzten Gebiet wirken und oft nur wenige Sekunden dauern. Aber in dieser kurzen Zeit können die stark drehenden Sturm­böen gewaltige Kräfte ent­wickeln und alles mit sich reissen, was nicht gut befestigt ist.

Hohe Windgeschwindigkeiten

Einem Wirbelsturm ähnlich drehen sich Sturm­böen um sich selber und erreichen Spitzen­geschwindig­keiten von über 100 km/h. Bei Winden ab 118 km/h sprechen die Meteo­rologen von einem Orkan. Doppelte Wind­geschwindig­keit ver­vier­facht die Kraft des Sturm­windes.

Druck- und Sogwirkung

Sturmwinde wirken zwei­fach auf Gebäude ein: Einer­seits üben sie Druck aus und ver­ursachen zum Bei­spiel Schäden an Dach­über­ständen und expo­nierten Gebäude­teilen. Auf der anderen Seite ent­falten sie eine Sog­wirkung. Dies vor allem dann, wenn Fenster oder Aussen­türen aus Ver­sehen offen ge­blieben sind. Wirken Druck und Sog zusammen und in der gleichen Richtung, ist die Zer­störungs­kraft enorm. Ge­fährdet sind ins­besondere Ziegel­dächer, Vor­dächer und Fassaden. Bei modernen, komplex struk­turierten Fassaden, die heraus­ragende Elemente aufweisen, ver­stärkt sich die Sog­wirkung zu­sätzlich. Treten Schäden an Dach oder Fassade auf, kann es im Innern des Hauses zu Wasser­schäden kommen.

Bedrohung durch herumfliegende Gegenstände

Eine dritte Gefahren­quelle bei Gewitter­stürmen bilden durch die Luft gewirbelte Objekte oder Bäume, die knicken und gegen Fassade und Dach­über­stände prallen. Nicht nur Gebäude können dabei Schaden nehmen, sondern auch Mensch und Tier. Zieht ein Sturm auf, empfiehlt es sich, Um­gebungen von Bau­stellen und bewaldetes Gelände zu meiden und einen sicheren Unter­stand aufzusuchen.

Jede Schraube zählt

Solide gebaute Gebäude in gutem Zustand widerstehen auch heftigen Sturm­winden. Kritische Situationen entstehen, wenn Gebäude­elemente nur ungenügend be­festigt sind, wenn der Unterhalt ver­nach­lässigt wird oder wenn bauliche Arbeiten nicht sach­gemäss aus­geführt wurden. Jede Schraube zählt. Aber sie muss auch fest angezogen sein.

Erstes Gebot bei Sturmwarnung:
Fenster und Türen schliessen!


Sturmböen: So handeln Sie richtig.

  • Schliessen Sie bei einem auf­ziehenden Gewitter­sturm sämtliche Fenster und Türen sowie all­fällige weitere Gebäude­öffnungen. So verhindern Sie, dass ein gefährlicher Innen­druck oder eine Sog­wirkung entstehen kann.
  • Ziehen Sie sofort alle Storen, Markisen und Roll­läden hoch.
  • Ziehen Sie die Sonnen­storen ein. Schliessen Sie Fenster-Klapp­läden und machen Sie sie fest. Sind sie ge­schlossen, bieten sie dem Wind weniger An­griffs­fläche.
  • Sichern Sie Garten­möbel, Topfp­flanzen, Spiel­geräte, Grill und weitere herumstehende Gegen­stände oder versorgen Sie diese an einem wind­geschützten Ort.

Sturmrisiko: So beugen Sie vor.

  • Lassen Sie den Zustand des Dachs regel­mässig von Fach­leuten über­prüfen. Im Laufe der Zeit stellen sich Mängel ein, die Sie ohne Verzug beheben sollten. Dazu zählen zum Bei­spiel verrutschte oder defekte Dach­ziegel, gelöste Befestigungen von Rand­ziegeln, Löcher im Unter­dach oder morsche Dach­latten.
  • Richten Sie Ihr besonderes Augen­merk auf Ver­ankerungen von Gebäude­teilen und Elementen, die Wind ausgesetzt sind: Zu diesen zählen beispiels­weise Schutz­dächer, Gebäude­kanten, Kamine, Antennen, Sonnen­kollektoren, Satelliten­anlagen, Werbe­tafeln usw. Achten Sie auf Alterungs­erscheinungen.
  • Kontrollieren Sie Dach­fenster, Ober­lichter und Licht­kuppeln auf Dichtig­keit, festen Halt und Alterungs­erscheinungen und beziehen Sie auch den Zu­stand von Fassade und Fassaden­teilen mit ein.
  • Prüfen Sie Holz­unter­konstruktionen periodisch auf Korrosions- und Fäulnis­schäden sowie Pilz- und Insekten­befall. Lassen Sie generell alte und spröde Materialien ersetzen.
  • Kontrollieren Sie regel­mässig die Bänder der Lamellen­storen, damit diese bei Sturm­warnung einwandfrei funktionieren.
  • Kontrollieren Sie die Bäume in der Nähe des Hauses regel­mässig: Ist der Baum verletzt oder von Pilz befallen? Sind Äste abgestorben? Schneiden Sie gegen das Haus gerichtete Äste kurz, damit diese bei Wind­stössen die Fassade nicht berühren. Lassen Sie alte oder kranke Bäume fällen.